Die Kognitivierung des Interpretationsbegriffs
Mar 11th 2010 14:30
Vor kurzem habe ich eine Passage über die Interpretation der Lyrik in der Literaturwissenschaft gelesen. Dem Autor zufolge ist die ,,Kognitivierung des Interpretationsbegriffs“ eine Eigentümlichkeit dieses Fachbereichs, die es in den anderen Künsten nicht gibt. In der Musik werde beispielsweise die Interpretation einer Mozart-Sonate nicht von einem Wissenschaftler auf Papier, sondern von einem Pianisten am Klavier geleistet. In der bildenden Kunst richte der Kunsthistoriker auf ,,eine Begründung eines Geschmacksurteils“, nicht auf bloßes Verstehen. Nur in der Literatur beschäftige sich der Kritiker vornehmlich nicht in der äesthetischen, sondern in der kognitiven Sphäre. Die üblichen Interpretationsverfahren versuchten also die Lyrik auf kognitive Weise zu erfassen. (Ich habe absichtlich indirekte Rede verwendet; ist das richtig?)
Nach meinem Dafürhalten/Meiner Ansicht nach scheint diese Schlussfolgerung zu hastig gezogen worden zu sein. Heutzutage gilt es z.B. allgemein als bewiesen, dass sowohl Musikwissenschaftler als auch Physiker wichtige Interpretationen eines musikalischen Werkes veröffentlichen können. Das Aufkommen von zahlreichen, anspruchsvollen Technologien zur Analyse in den letzten Jahrzehnten trägt gewiss zur Vielfalt von Deutungsversuchen aus eher wissenschaftlichen Bereichen in den anderen Künsten bei. Insofern liegt diese Kognitivierung des Interpretationsbegriffs schon seit einiger Zeit eindeutig im Trend.
Dem Autor zufolge ist die ,,Kognitivierung des Interpretationsbegriffs“ eine Eigentümlichkeit dieses Fachbereichs, die es in den anderen Künsten nicht gibt.
In der Musik beispielsweise wird die Deutung einer Mozart-Sonate nicht von einem Wissenschaftler auf Papier, sondern von einem Klavierspieler am Instrument gedeutet.
Nur in der Literatur beschäftige sich der Kritiker vornehmlich nicht in der äesthetischen, sondern in der kognitiven Sphäre.
Nach meinem Dafürhalten (Meiner Meinung/Ansicht nach) scheint diese Schlussfolgerung zu hastig gezogen worden zu sein. (Daführhalten klingt ein wenig hochgestochen und ist auch nicht üblich)
Das Aufkommen von zahlreichen, anspruchsvollen Technologien zur Analyse in den letzten Jahrzehnten trägt gewiss zur Vielfalt von Deutungsversuchen aus eher wissenschaftlichen Bereichen in den anderen Künsten bei.
Zunächst einmal bedanke ich mich für die Korrekturen. Zweitens klingt ,,kompliziert geschrieben“ ganz gut. Irgendwann mal muss man einen Schritt weiter gehen als ,,Hallo, wie geht’s?“, oder? :) Ich muss zugeben: Ich bin mal gespannt herauszufinden, was Du unter Fremdwörtern in diesem Beitrag verstehst. Welche Wörter sind Fremdwörter für Dich?
Ja, ich habe versucht, sieben Seiten in zwei Absätzen zusammenzufassen; anscheinend ist es mir nicht ganz gelungen. Wenn es Dir nichts ausmacht, einen längeren Beitrag durchzulesen, dann überarbeite ich den Text gerne. (Das ist eben immer die Gefahr bei Lang-8: Man will die anderen ja nicht überfordern, ausgerechnet deshalb, weil Ihr alle das freiwillig tut.) Nochmals vielen Dank.
Liebe Grüße,
Sprachjunge
Heutzutage gilt es z.B. allgemein als bewiesen, dass sowohl Musikologen als auch Physiker wichtige Interpretationen eines musikalischen Werkes veröffentlichen können. (dann klingt das nicht ganz so abgehackt.)
Habe gerade ein Buch von Niklas Luhmann gelesen, wo jedes 4. Wort ein Fremdwort war, was das Lesen natürlich unnötig erschwert. Die ganze Plagerei hat dann wohl dazu geführt, das ich wie ein kleiner Verrückter nur noch Fremdwörter gesehen habe. xp
Die meisten Wörter haste aus dem Text übernommen und sind eigentlich auch ziemlich passend. Aber es sind eben Fachwörter und so ein Brocken, wie "Kognition des Interpretationsbegriff" nur schwer verdaulich. "Eigentümlich" ist auch für die meisten Leute ein eher vager Begriff. Weiterhin würde man anstelle von "Künsten" eher "Bereichen" verwenden und anstelle von "vornehmlich" eher "größtenteils". Aber nun gut, das ist dann wohl Geschmackssache und ob du die Begriffe so übernehmen solltest oder nicht, hängt dann wohl davon ab, an wenn der Text gerichtet ist (und muss hier eigentlich auch benutzt werden, da in indirekter Rede geschrieben wurde.).
Die indirekte Rede ist natürlich vollkommen richtig, zumal du dich im 2. Absatz ja auch deutlich vom Autor distanzierst. Um ehrlich zu sein, ist mir zuerst gar nicht aufgefallen, dass es in indirekter Rede geschrieben wurde, daher haben mich Wörter wie "werde" auch verwirrt. Liegt wohl daran, dass ich den Konjunktiv nicht oft antreffe und er daher für mich eher ungewohnt ist.
Ansonsten ist der Text eigentlich in Ordnung und verständlich.
Mit längeren Texten hab' ich natürlich keine Probleme und notfalls machste einen 2teiler daraus.
danke nochmals für Deine Hilfe! Ich bin auch mal wieder beruhigt: Wie Du schon bemerkt hast, habe ich ja die meisten Worte direkt aus dem Text herausgenommen :) ; insofern war ich ein bisschen perplex, dass der Text so unverständlich war.
Nebenbei bemerkt finde ich die indirekte Rede im Deutschen einfach spitze, zumal diese Distanzierung häufig ganz praktisch und präzis ist.
Liebe Grüße,
Sprachjunge